Linux/Novell Infrastrukturen
Linux und Citrix-Technologieansätze ergänzen sich heute zu einer leistungsfähigen IT-Plattform, die Unternehmen hohe Konsolidierungs- und Einsparpotentiale eröffnet.
Linux Bedeutung
Linux hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Das tragende Motiv ist der Open Source-Gedanke. Benutzer und Entwickler suchten und fanden alternative Technologien, um gegen monopolistische Tendenzen großer Softwareanbieter einen Gegenpol zu bilden. Gründe dafür finden sich in ökonomischen aber auch technologischen Argumentationen: Entweder keine Lizenzgebühren mehr zu zahlen oder eine bessere technische Lösung zu schaffen. Eine massive Triebfeder wird hier auch die Souveränität ganzer Kontinente und Staaten sein. Wer macht sich schon bis in die kleinste Zelle des Organismus freiwillig abhängig von Monopolisten und deren staatlichen Verwurzelungen ? Diesen anarchistischen Wurzeln ist Linux heute aber längst entwachsen. Viele kleine und große Unternehmen nutzen Linux Technologien pragmatisch, um ihre IT-Aufgaben effektiv zu erfüllen. Linux wird an Arbeitsplätzen eingesetzt, Serverdienste werden unter Linux in heterogene IT-Landschaften integriert und große IT-Anbieter, wie NOVELL und IBM unterstützen Linux mit Ihren Supportressourcen. Linux ist zuverlässig planbar geworden!
Heute stützt Linux in großen IT-Umgebungen als strategisches Element eher selten die gesamte Server Backend-Struktur. Die Gründe dafür sind weniger im fehlenden Potential von Linux Server-Technologien oder ihren Protagonisten zu suchen, als vielmehr in der Zeit, die große IT-Umgebungen brauchen, um eine neue Technologie-Generation in ihre kritischen Infrastruktur-elemente zu implementieren. Erschwerend kommt hinzu, dass große IT-Umgebungen heute meist heterogen und äußert komplex geworden sind.
Die Anzahl von Dienstsystemen und Abhängigkeiten ist gemeinsam mit dem Produktivitätsgewinn der kommerziellen IT stark gewachsen. Trotz oder gerade wegen dieser Vorzeichen sehen wir für die Linux Technologie ein starkes Wachstum in Schlüsselfunktionen von Enterprise Umgebungen.
Novell und Linux
Mit der Akquise der Nürnberger SUSE GmbH, der konsequenten Integration in die weltführenden Verzeichnisdienste (eDIR) und der atemberaubenden Weiterentwicklung der SUSE Server und Client Plattformen steht erstmals in der Geschichte von Linux eine komplette, enterprisefähige Systemumgebung zur Verfügung.
Mit Managementwerkzeugen, erstmalig auch für Linux Desktops und Serversysteme (ZENworks) oder auch der freien Virtualisierungslösung XEN (unter GPL !).
Hier reagierten Mitte 2006 die Marktgiganten VMWARE und MICROSOFT bereits nervös mit einer "kostenlosen" Freigabe von Teilen Ihrer Virtualisierungslösungen.
Rasant entwickeln sich auch die klassischen Office Produkte, welche sich hinsichtlich der Funktionsvielfalt kaum noch von den Produkten aus Redmond unterscheiden. Warum schwenken aber nun nicht mehr und mehr Unternehmen lawinenartig auf Linux um? Ein Grund wird mit Sicherheit die Tatsache sein, dass eben auch ein Großteil unternehmenskritischer Anwendungen nicht für das Linux-OS verfügbar sind und auch nicht zeitnah portiert werden.
Hier kann aber die Technologie des Server Based Computing, mit CITRIX (wohl eher ungewollt) zum entscheidenden Booster werden und eine Brücke schlagen. All das, was eben nicht unter Linux verfügbar ist, wird dem Linux Endgerät über eine Terminalserver-Infrastruktur zur Verfügung gestellt! (Der RDP-Client für Linux wird nach wie vor mit dem Verfahren des "reverse engineering" entwickelt, gleichwohl läuft der Presentation Server von CITRIX excellent unter Solaris, HPUX, AIX,...)
Citrix Besonderheiten
Eigentlich kann Citrix MetaFrame als Microsoft Windows Terminal Server Erweiterung relativ unabhängig zu Linux gesehen werden. Citrix WTS Applikationsdienste sind auf Linux Klienten nutzbar wie auch Citrix WTS in einer Linux Backendstruktur als Windows Dienst-System zu betreiben sind.
Aus einer anderen Sichtweise sind es aber gerade die Anforderungen nach Windows Anwendungen, die durchgängige Open Source-Konzepte in der Praxis scheitern lassen. In großen IT-Umgebungen sind Windows Anwendungen nicht einfach „wegzukonzipieren“. Die Linux Server-Seite ist bereits als durchgängig nutzbar einzuschätzen. Linux Teilsysteme wie Open LDAP, Samba und weitere entsprechen den Anforderungen und werden zunehmend eingesetzt. Windows Domänenstrukturen sind abbildbar geworden.
Citrix kann in einem Linux Konzept die „Windows Lücke“ schließen, ohne Windows PC einsetzen zu müssen. Linux Workstations und Linux Terminals können jetzt auch serverzentriert bereitgestellte Windows Anwendungen nutzen. Linux Server-Strukturen und zentrale Citrix Windows Applikationsserver lassen sich effektiv gemeinsam betreiben.
Citrix Leistungen
Dabei bleibt es offen, wie lange diese Mischstrukturen von Windows und Linux gewünscht sind. Auch in der mittelfristigen Migrationsbetrachtung zu Webanwendungen kann Citrix das Bindeglied zwischen einer herkömmlichen Windowsoberfläche oder einer Integration in eine Portallösung sein.
Citrix löst die Anforderung nach Windows Anwendungen von einer ansonsten obligatorischen dezentralen PC-Plattform. Windows Anwendungen können jetzt plattformübergreifend und zentral bereitgestellt werden.
Gerade Webanwendungen und Portallösungen zeichnen sich durch ihre zentrale Struktur aus, ihre Dienste unabhängig von Unternehmensgrenzen und Endgeräteplattformen zu leisten. Citrix Konzeptionen passen zu diesem Trend, Ressourcen für die Applikationsbereitstellung zentral aufzustellen.
Konsolidierung und Kosteneinsparungen
Aus der ökonomischen Betrachtung ist Linux als Open Source-Produkt jedem Lizenzprodukt formal überlegen. Die Praxis hat allerdings diesen Vorteil schnell relativiert. Linux Distributionen und Support kosten auch Geld. Große Kunden brauchen für kritische Verfahren verlässliche Partner. Die Voraussetzung, gerade Microsoft nicht mehr auf seiner Lieferantenliste zu haben, ist auch mit Citrix nicht realisierbar, obgleich der Metaframe Presentation Server auch hervorragen unter Solaris, AIX, etc läuft ! .
Linux und Citrix werden jeweils separat oder gemeinsam in Entscheidungsbegründungen recht ähnlich aufgrund ihrer Einsparpotenziale als lukrative Investitionen eingeschätzt. Genauer betrachtet ist es aber selten Linux als Austauschtechnologie oder Citrix als Windows PC-Ersatz, die relevante Einsparungen letztendlich begründen.
Beide Technologien lassen aber konsequente Konsolidierungen von Desktop-, Applikations-, Daten- und anderen Backend-Diensten zu. Dezentrale Betriebsansätze sind weitgehend durch günstigere zentrale Konzepte zu ersetzen. Relevante Einsparungen lassen sich durch konsequente Konsolidierungen von Windows Applikationen auf zentrale Serverfarmen und den adäquaten Einsatz von Linux Backend-Strukturen erreichen.
Gerade gemeinsam ergänzen sich die Ansätze zu einer leistungsfähigen und offenen IT-Plattform. Die Windows Plattform wird mit Citrix nicht zur Innovationsbremse, weil die Integration in aktuelle und zukünftige Web- und Portaltrends voll unterstützt wird.